Für Hunde

Hunde, die in einer reizarmen Umgebung leben müssen, brauchen mehr Möglichkeiten, ihre Sinne zu gebrauchen. Durch die Stimulierung aller Sinne können Stress und Frustration abgebaut werden - und dadurch erhöht sich wiederum die Lebensqualität. Um ihnen das zu ermöglichen, gibt es verschiedene Beschäftigungsvarianten. Hier ein paar Beispiele:

  • Für Hunde die gerne ihre Decken oder Körbe zerstören, ist es eine wunderbare Sache, wenn sie eine Kartonschachtel bekommen, die sie dann zerstören können. In diese Schachtel kann man - in Zeitungspapier eingewickelt - auch Leckerlis oder eine Kaustange oder ein Schweineohr geben. 
    Gibt man so eine Zerstörkiste täglich, lassen Hunde ihre Decken und Körbe in Ruhe, da sie ihre Frustration an der der Kiste ausleben können.
  • Eine tolle Alternative gibt es auch für Hunde, die gerne Gras fressen: Kopfsalat mit einigen Frolic-Ringen gespickt, ergibt riesigen Spaß für die Tiere. Sie können den Salat einfach nur zerpflücken oder aber auch Teile davon fressen, auf jeden Fall sind sie beschäftigt. 
    Man kann den Salat auch mit anderen Gemüse- (aber keine Avocado - das vertragen Hunde nicht!) und Obstsorten beliebig austauschen. Gute Erfahrungen sind mit Melonen gemacht worden.
  • Eine in der Herstellung etwas aufwändigere Beschäftigungsmöglichkeit ist eine so genannte "Pinacolada". Das ist eine Kugel aus Pappmaché, die mit Leckerlis gefüllt wird. Die Kugel kann noch besser als olfaktorische Beschäftigung verwendet werden, wenn man ein paar Tropfen Oliven- oder Lavendelöl darauf tröpfelt. Man kann sie auch mit Heu füllen oder mit Küchenkräuter bestreuen. Die Hunde können mit diesem außergewöhnlichen Ball spielen und beschnüffeln, ihn aber auch zerlegen, wenn sie möchten.

Für Katzen

Katzen interessieren sich für Dinge die sich bewegen. Eine tolle Beschäftigung ist daher eine Kartonschachtel zu nehmen und in dieser Schachtel mit einer Schnur Katzenbälle und Tannenzapfen zu hängen. Man kann je nach Schwierigkeitsgrad den Eingang der Schachtel klein machen um das Hineinkommen zu erschweren oder aber vor und zwischen den hängenden Dingen noch raschelndes Zeitungspapier stecken.

Für sehr vorsichtige Katzen, die nicht gerne irgendwo hineingehen, kann man Körbe nehmen, diese mit Kastanien oder Zeitungspapierkugeln füllen und dazwischen ein paar Leckerli verstecken.

Für Kleintiere

Meerschweinchen und Kaninchen sind ebenso wie Hunde und Katzen dankbar für ein wenig Abwechslung. Gerade weil sie den größten Teil des Tages in einem begrenzten Käfig sitzen müssen.

Darum ist es besonders bei diesen Nagetieren wichtig, dass sie Beschäftigung haben.

Die schon bei den Hunden beschriebene Pinacolada ist auch für Meerschweinchen und Kainchen eine gute Möglichkeit zur Beschäftigung. Sie kann als Futtertrichter dienen, bei dem man sich bemühen muss an das köstliche Heu zu kommen.

Außerdem kann man ganz leicht Fruchtspieße herstellen, indem man auf Naturholzästen Obst- und/oder Gemüsestücke steckt, dazwischen kann man auch schmackhafte Blätter geben (Vorsicht! - nicht jeder Baum oder Strauch ist für Nagetiere bekömmlich).

Für Exoten

Die Kleinaffen im Tierheim bekommen in alten Hosen oder Kisten die besten Leckerlies unter einem Berg Holzwolle versteckt. Eine neue Idee, bei der wir Kekse in kleine Stofffetzen knoten und in ein Drahtkörbchen stecken, kommt bei unseren Affen auch sehr gut an. Sie sind mit Begeisterung dabei, ihre "Geschenke" herauszuklauben und dann auszupacken.

Auch bei unseren Schimpansen Rosie und Hias ist diese Methode ein großer Erfolg. Bei ihnen haben wir Plastikkübel im Außengehege aufgehängt und diese mit den verschiedenen Dingen befüllt. Ein Kübel voll mit Tannenzapfen, einer mit bunten Kinderspielbällen und einer mit Holzwolle. Darin haben wir die in Stofffetzen verknoteten getrockneten Marillen versteckt. Wir dachten zu Beginn, dass Hias an diesen Kübeln kein Interesse zeigen wird, da er bis dahin an unseren Beschäftigungsideen überhaupt kein Interesse gezeigt hat.

Bei Rosie ist das umgekehrt: Die ist bei allem fleißig dabei, aber sie geht wiederum sehr ungern ins Außengehege. Am Anfang sah es dann auch so aus, als ob sie unsere Kübeln völlig verschmäht würden. Nach einer Stunde jedoch das große Aufatmen. Hias schwang sich von Kübel zu Kübel und inspizierte deren Inhalte. Und Rosie folgte ihm und schon nach kurzer Zeit haben wir überall kleine Stofffetzen gefunden, leer und aufgeknotet und die Marillen waren weg.

Für Waschbären haben wir in einen Holzblock Löcher gebohrt und können nun diese Löcher mit Nüssen oder Marmelade füllen. Der Holzblock ist locker aufgehängt, damit unsere geschickten Waschbären nicht nur schwer die Leckereien aus den Löchern herausbekommen, sondern auch noch den schwingenden Block festhalten müssen. Keine leichte Aufgabe, aber sie sind inzwischen MEISTER!